Jellyfin Direct Play auf iPhone und Apple TV
Jellyfin Direct Play auf iPhone und Apple TV heißt: Dein Server schickt die Datei unverändert, und das Gerät spielt sie ab. Ensō macht das mit MP4 und öffnet MKV mit der Wiedergabe-Engine der App, sodass dein Server nichts umwandeln muss, was das Gerät selbst kann.
Direct Play, Remux, Direct Stream und Transcodierung in einfachen Worten
Jedes Mal, wenn du auf Abspielen tippst, einigen sich dein Jellyfin-Server und die App darauf, wie die Datei zu dir kommt. Die Dokumentation von Jellyfin nennt vier Wege, vom geringsten bis zum größten Aufwand für den Server:
- Direct Play (direkte Wiedergabe): Der Server schickt die Datei genau so, wie sie ist. Nichts wird verändert, und der Server merkt es kaum.
- Remux: Der Server packt dieselben Bild- und Tonspuren in einen anderen Container (das Dateiformat um sie herum, etwa MKV oder MP4), so wie du dasselbe Getränk in ein anderes Glas gießt. Nichts wird neu kodiert, das ist günstig.
- Direct Stream (direktes Streaming): Das Video bleibt unberührt, nur der Ton wird umgewandelt.
- Transcodierung (in Jellyfins deutscher Oberfläche: „Transkodierung“): Der Server dekodiert das Video und kodiert es neu. Das ist der schwere Fall: Er braucht viel Prozessor- oder Grafikleistung, und jedes Neukodieren kostet etwas Bildqualität.
Welcher Weg nötig ist, entscheidet die App, denn sie sagt dem Server, was sie abspielen kann. Warum ein Server transcodiert und wie du das siehst, steht unter Transcodierung vermeiden. Hier geht es darum, was Ensō tut, damit es seltener passiert.
Jellyfin Direct Play auf iPhone und Apple TV: Was Ensō selbst abspielt
Für jeden Titel fragt Ensō zuerst deinen Server, was er vorschlägt, und sagt ihm, was das Gerät abspielen kann: die Container MP4, M4V, MOV und MKV; Video in H.264 und HEVC (auf iPhone und iPad auch AV1, wenn der Chip es dekodiert); und die Tonformate AAC, FLAC, ALAC und MP3 (auf dem Apple TV außerdem Dolby Digital und Dolby Digital Plus). Danach nimmt Ensō einen von drei Wegen:
| Die Datei | Was passiert | Wer die Arbeit macht |
|---|---|---|
| MP4, M4V oder MOV mit H.264- oder HEVC-Video und Ton, den das Gerät abspielt | Apples Player liest die Datei direkt von deinem Server: Direct Play. | Dein Server schickt nur die Datei. |
| MKV oder ein anderer Container, den Apples Player nicht öffnet, mit H.264- oder HEVC-Video | Die Engine von Ensō holt die Datei unverändert und packt sie auf dem Gerät um. Das Video wird nicht neu kodiert. | Dein Gerät. Der Server schickt nur die Datei. |
| Alles andere: andere Videoformate, eine Datei über einer Qualitätsgrenze, die du gesetzt hast, ein paar Sonderfälle | Ensō bittet deinen Server um einen Stream, den es abspielen kann: Remux, Direct Stream oder Transcodierung. | Dein Server. |
So öffnet Ensō eine MKV-Datei auf deinem Gerät
Apples Player, der in iOS und tvOS eingebaute Videoplayer, kann MKV-Dateien nicht öffnen. Ein Server kann sie unterwegs umwandeln; Ensō packt sie selbst um, auf dem Gerät. Die Engine heißt PrismCore, Open-Source-Software von Václav Zmrhal auf Basis von FFmpeg (siehe die Credits). Sie liest die MKV-Datei von deinem Server, nimmt Bild und Ton heraus und schreibt beides in kleinen Stücken neu, in einem Format, das Apples Player versteht (HLS). Apples Player dekodiert und zeigt sie dann.
- Das Video wird kopiert, nicht neu kodiert. Dabei geht nichts verloren, und dein Server hat damit nichts zu tun.
- Ton und Untertitel erledigt die Engine im selben Zug, mehr dazu unten.
- Eine MKV-Datei zu starten dauert einen Moment, weil die Engine zuerst den Anfang der Datei liest.
- Auf iPhone, iPad und Apple TV läuft dieselbe Engine.
Das Bild zeigt den Player auf dem Apple TV: Die Knöpfe unten rechts öffnen die Wiedergabegeschwindigkeit, die Spurauswahl (Ton & Untertitel) und die Kapitel.

Ton: Was durchgereicht und was umgewandelt wird
Das Video reicht die Engine unverändert weiter. Beim Ton muss sie mehr tun, weil Apple-Geräte nur manche Formate selbst dekodieren. So geht Ensō mit dem Ton einer MKV-Datei um:
| Tonformat in der Datei | Was Ensō macht |
|---|---|
| AAC, FLAC, ALAC | Wird unverändert weitergereicht. |
| Dolby Digital (AC-3), Dolby Digital Plus (E-AC-3) | Wird auf dem Gerät in AAC umgewandelt. Ist „Mehrkanalton durchreichen“ eingeschaltet, geht der Ton unverändert weiter. |
| TrueHD, DTS (auch DTS-HD), Opus, Vorbis, MP3, MP2, PCM | Wird auf dem Gerät dekodiert und als AAC neu kodiert. |
Gut zu wissen: AAC ist ein verlustbehaftetes Format. Verlustfreie Spuren wie TrueHD oder DTS-HD Master Audio verlieren bei der Umwandlung etwas Klangtreue, und die Zusatzinformationen von Dolby Atmos bleiben nicht erhalten. Dekodiert dein Receiver oder deine Soundbar Dolby Digital selbst, schalte in den Einstellungen unter Audio Mehrkanalton durchreichen ein: Dolby-Digital- und Dolby-Digital-Plus-Spuren gehen dann unverändert hinaus. Lass die Option aus, wenn du dir nicht sicher bist: Ein Gerät, das sie nicht dekodieren kann, gibt Rauschen statt Ton aus. Standardmäßig ist sie aus.
Ton und Untertitel wählen
Die Schaltfläche Ton & Untertitel im Player zeigt die Spuren der Datei.
- Ton: Ensō startet in der Tonsprache, die in deinen Jellyfin-Einstellungen gespeichert ist. Ist keine gespeichert, nimmt es die Sprache deines Geräts. Die Spur kannst du jederzeit wechseln.
- Text-Untertitel in der Datei (SubRip oder SRT, ASS und SSA, WebVTT, MP4-Text) liest die Engine, und Ensō zeichnet sie selbst. In den Einstellungen unter Untertitel wählst du die Größe und schaltest die dunkle Hintergrundbox ein oder aus. Kursiv, fett und unterstrichen bleiben erhalten. Farben, Schriften und Positionen aufwendiger ASS-Untertitel nicht: Der Text steht unten im Bild.
- Untertitel schalten sich von selbst ein, wenn in deinen Jellyfin-Einstellungen eine Untertitelsprache gewählt ist und die Untertitel nicht ausgeschaltet sind.
- Bildbasierte Untertitel von Discs (PGS und VobSub) zeigt Ensō nicht. In einer Spurliste, die vom Server kommt, stehen sie ausgegraut und als „Bildformat“ markiert; in der Spurliste einer MKV-Datei, die die Engine von Ensō öffnet, fehlen sie. Brauchst du Untertitel für so eine Datei, füge ihr eine Text-Spur (SRT) hinzu.
Wenn du im Player eine andere Sprache wählst, speichert Ensō die Wahl in deinen Jellyfin-Einstellungen. Der nächste Titel und andere Jellyfin-Apps richten sich danach.
Wenn dein Server einspringen muss
Manche Dateien nehmen nicht den Weg über das Gerät, oder du hast etwas eingestellt, das den Server braucht. Dann bittet Ensō den Server um einen Stream, den es abspielen kann, und der Server packt um oder transcodiert:
- Video, das nicht H.264 oder HEVC ist, zum Beispiel VP9, MPEG-2 oder VC-1. AV1 spielen nur iPhones und iPads ab, deren Chip es dekodiert; der Apple TV bietet es nicht an.
- HEVC über Level 5.1. Das Level ist eine Zahl in der Datei, die sagt, wie aufwendig das Video zu dekodieren ist. Ensō zieht die Grenze bei Level 5.1; darüber wandelt der Server das Video um. Manche Encoder schreiben ein höheres Level in die Datei, selbst bei Full-HD-Video, deshalb kann es auch eine unscheinbare Datei treffen.
- Eine Qualitätsgrenze. Sie steht in den Einstellungen unter Streaming & Downloads als Max. Qualität (auf iPhone und iPad eine Grenze für WLAN und eine für Mobilfunk, auf dem Apple TV eine einzige). Liegt die Bitrate eines Films (die Datenmenge, die er pro Sekunde braucht) über der Grenze oder kennt der Server sie nicht, verlangt Ensō eine Fassung, die auf diese Bitrate neu kodiert ist. Über Mobilfunk bedeutet Automatisch sparsame 10 Mbit/s.
- Eine Verbindung, die nicht mithält. Ruckelt das Bild immer wieder, geht Ensō auf eine niedrigere Bitrate zurück, und der Server kodiert neu. Hat sich die Verbindung als schnell genug erwiesen, steigt Ensō wieder auf, nie über deine Grenze hinaus; auf iPhone und iPad tut es das nur im WLAN.
- H.264-Video mit Dolby-Digital-Ton in einer MKV-Datei, solange Mehrkanalton durchreichen aus ist: Diese Kombination überlässt Ensō dem Server, der die Datei umpackt (und auf iPhone und iPad den Ton in AAC umwandelt).
- Die Engine startet nicht, etwa weil eine riesige Datei zu langsam ankommt: Nach 45 Sekunden wendet sich Ensō an den Server, der größere Dateien auf 10 Mbit/s oder auf deine Grenze neu kodiert.
Was auf dem Gerät bleibt und was der Server tut
| Dein Server | Dein Gerät |
|---|---|
| Verwaltet die Dateien und beantwortet die erste Frage der App: Welcher Weg passt zu dieser Datei und diesem Gerät? | Entscheidet, welchen Weg eine Datei nimmt. |
| Schickt die Bytes der Datei. | Packt MKV-Dateien um und wandelt Ton um (die Engine). |
| Merkt sich, wo du aufgehört hast, und deine Spracheinstellungen. | Wandelt Text-Untertitel um und zeichnet sie. |
| Wandelt nur in den oben genannten Fällen um. | Dekodiert das Bild (Apples Player und der Chip) und wechselt Ton- und Untertitelspuren. |
Auch Downloads nutzen dieselbe Engine: Eine MKV-Datei, die du als Original sicherst, wird auf dem Gerät aus der Datei abgespielt. Mehr dazu unter Offline-Downloads.
Ensō ist eine unabhängige App und kein Teil des Jellyfin-Projekts. Direct Play, Remux, Direct Stream und Transcodierung sind die Begriffe aus Jellyfins eigener Dokumentation.
Fragen zu Direct Play in Ensō
Spielt Ensō MKV-Dateien ohne Transcodierung ab?
Ja, wenn das Video H.264 oder HEVC ist. Die Wiedergabe-Engine von Ensō liest die MKV-Datei von deinem Server und packt sie auf deinem Gerät um, der Server schickt also nur die Datei. Andere Videoformate brauchen weiterhin den Server; siehe Transcodierung vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen Direct Play und Direct Stream?
Bei Direct Play schickt der Server die Datei unverändert. Bei Direct Stream bleibt das Video unberührt, aber etwas darum herum, meist der Ton, wird unterwegs umgewandelt. Beides ist viel leichter als eine Transcodierung, die das Video neu kodiert.
Kann Ensō DTS- und TrueHD-Spuren abspielen?
Ja, indem es sie umwandelt: Die Engine dekodiert sie auf dem Gerät und kodiert sie als AAC neu. AAC ist verlustbehaftet, und die Zusatzinformationen von Dolby Atmos bleiben bei der Umwandlung nicht erhalten.
Kann Ensō Untertitel von Blu-ray-Discs (PGS) anzeigen?
Nein. Ensō zeigt Text-Untertitel wie SRT, ASS und WebVTT, aber keine bildbasierten Untertitel wie PGS oder VobSub. Füge einer solchen Datei eine Text-Untertitelspur hinzu.
Warum zeigt mein Jellyfin-Dashboard für Ensō Remuxen, Direktes Streaming oder Transkodierung an?
In aller Regel, weil dein Server für diese Sitzung wirklich etwas umwandelt, zum Beispiel wegen einer Qualitätsgrenze oder eines Videoformats, das Ensō nicht selbst abspielen kann. Das Info-Symbol auf der Gerätekarte nennt den Grund. Eine MKV-Datei, die Ensō auf dem Gerät umpackt, schickt dein Server nur, und sie erscheint normalerweise als Direktes Abspielen. Im Zweifel schau auf die Prozessor- oder Grafiklast deines Servers und lies Transcodierung vermeiden.
Ist es am Apple TV genauso?
Dieselbe Engine, dieselben Wege. Der Apple TV sagt dem Server außerdem, dass er Dolby Digital und Dolby Digital Plus abspielen kann, bietet AV1 nicht an und hat eine einzige Streaming-Grenze statt einer für WLAN und einer für Mobilfunk.